Eine noch namenlose Sendung über Familien und Menschen – mit Patricia Cammarata (@dasnuf) und mir

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Vor kurzem überraschte mich eine E-Mail vom Team, das gerade das Projekt „Der Sender“ vorbereitet. Ob ich mir vorstellen könne, mit Patricia Cammarata (@dasnuf) eine Familien-Sendung zu starten. Hmm. Warum eigentlich nicht?

»Der Sender« soll der erste genossenschaftliche Sender in Deutschland werden. Sender nicht im Sinne einer Radio- oder Fernseh-Station, sondern eines Sende-Ortes, von dem verschiedene Formate auf verschiedenen Kanälen bespielt werden können. So erklärt es die Ankündigung und das ist mir zunächst einmal sympathisch. Wie auch andere ähnliche Projekte wird zum Start ein Crowdfunding angestrebt. Im Gegensatz zu anderen Projekten soll es bereits vor der Funding-Phase Beispiel-Content geben und nach dem Funding zeitnah mit dem Regelbetrieb begonnen werden. Und hier kommen Patricia und ich ins Spiel, denn wir sollen als Moderatoren und Teil der Redaktion die Pilotfolge eines Familienmagazins mitgestalten. [Read more…]

Aber sie hat es probiert: Gespräch mit einer (Ex-)Café-Betreiberin

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Es ist kein Geheimnis, dass ich gern in Cafés gehe. Auch wenn ich ein paar Lieblingsplätze habe, probiere ich gern neue Orte aus. Eine Perle war ein kleines Café in Berlin Neukölln, dass vor ein paar Monaten eröffnete und vor ein paar Wochen wieder schloss. Ich genoss dort Mittags hausgemachte Suppen und trank gern mit FreundInnen vietnamesischen Kaffee. Als ich das letzte mal dort war, ergab sich folgendes Gespräch, dass sich mir sehr eingeprägt hat: [Read more…]

Links vom 30.03.2015 – Boulevard versus Angehörige, Ready Player One, Elektronischer Holocaust

Medien versus Schüler und Angehörige

Mika Baumeister (@MB4umi) ist Schüler am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See. Beim Absturz von Germanwings-Flug 9525 kamen vierzehn Schülerinnen, zwei Schüler und zwei Lehrerinnen der Schule ums Leben. Mika beschreibt aus Sicht eines Person, die beide Lehrerinnen sowie einige der SchülerInnen kannte, wie die Boulevard-Presse Stadt und Schule belagert und Grenzen überschreitet: Umgang der Medien mit Schülern und Angehörigen in Haltern. Er schließt übrigens mit einem überraschenden Hinweis auf öffentlich-rechtliche Medien:

Liebe Pressevertreter: Erinnern sie sich an die Versprechen, die einst bei der Entgegennahme des Presseausweises gegeben wurden. Zeigen sie, dass sie noch Scham und Mitgefühl empfinden. Versuchen sie nicht, das exklusivste Bildmaterial zu bekommen, koste es was es wolle.

Liebe Konsumenten von Bild, Bunte und Co.: Vermeiden sie, die reißerischen Neuigkeiten zu lesen. Seriöse Portale bieten bessere Infos, hetzen weniger und sind generell objektiver. Sie finanzieren als LeserInnen im Prinzip die Journalisten, die letzten Endes bei den Angehörigen vor der Haustüre stehen. Vielleicht ist die Zwangsabgabe an ARD, ZDF und die Dritten gar nicht so verkehrt.

An dieser Stelle passt auch noch einmal der Hinweis auf diesen Blog-Post, indem es um das Wechselspiel von Boulevard und Angehörigen geht.

Steven Spielberg verfilmt „Ready Player One“

In der deutschen Wired geht es um die Verfilmung des Retro-Gaming-Romans “Ready Player One” durch Steven Spielberg. Ich habe “Ready Player One” als Hörbuch gern gehört. Das Buch ist voll von 80er- und Retro-Gaming-Referenzen. In der englischen Version liest es Will Wheaton, der selbst eine Rolle im Roman hat. Es gibt zum Roman selbst jedoch auch kritische Stimmen. Mit Lucie Höhler (@autofocus) habe ich in meinem Podcast Leitmotiv über das Buch gesprochen. Sie hat zurecht bemängelt, dass der Autor es verpasst hat, Frauen eine moderne Rolle zu geben. Der Roman ergeht sich weitestgehend in Gender-Stereotypen. Schade. Ob Steven Spielberg einer Verfilmung gut tut, steht ebenso in den Film-Sternen. Ich werde mit den Film sicher ansehen, bin aber verhalten skeptisch.

Anonymous vows ‘Electronic Holocaust’ against Israel

Eine Anonymous-Gruppe droht Israel einen “Elektronischen Holocaust” an:

A video released this week by the Anonymous hacker collective vowed to inflict an “Electronic Holocaust” on Israel.

The video shows a masked individual in a suit delivering a prepared statement, in which he announces April 7 as the date of a concerted attack on Israel’s online servers. “As we did many times, we will take down your servers, government websites, Israeli military websites, and Israeli institutions,” he said.

“We will erase you from cyberspace in our Electronic Holocaust.”

Es stellt sich wieder die Frage, inwiefern “Anonymous” als Kollektiv kritisiert werden kann. Sobald “ach… Anonymous…” angeführt wird, kommt als Gegenargument, dass es sich ja um Kollektiv handle, bei dem jede_r Mitglied werden könne. Das ist richtig. Nur stellt sich dann die Frage, ob man unter diesem Label mit anderen assoziiert werden möchte. Damit ist ein “ach… Anonymous…” vielleicht weniger Kritik an Menschen, die Israel einen Holocaust androhen, als vielmehr an Menschen, die das ebenso widerlich finden, und das Label trotzdem nutzen.

 

Was Boulevard-Berichte über (Selbst)Morde für Angehörige bedeuten – ein Beispiel

[TW: Suizid] Seit zwei Tagen wird diskutiert, ob der Name des Copiloten der GermanWings-Maschine in den Medien veröffentlicht werden darf oder nicht. Die Meinungen reichen von “an den Pranger mit dem Mörder” bis “das ist ein Fall für den Presserat”. Eine Freundin postete heute folgenden Text auf Facebook. Ich war sehr bewegt und halte ihn für eine wichtige Perspektive einer leisen Minderheit:

Gerade diesen furchtbaren furchtbaren Bild-Titel am Kiosk gesehen.
Es erinnert mich daran, wie damals, als sich mein Vater das Leben nahm, der Berliner Kurier groß mit der Schlagzeile “Berliner Rockstar erhängte sich” und seinem Foto aufmachte. Wir Kinder wurden (verständlicherweise) zunächst nicht über die genauen Todesumstände informiert. Monate später fand ich dann diesen Artikel in den Unterlagen meiner Mutter. Es war ein solcher Schlag ins Gesicht, ein solcher Schock, das so zu erfahren.
Es ist nicht nur Druckerschwärze auf Papier – it can cut like a knife. F*** You, Boulevard-Presse!

p.s.: Ich habe den Text mit Zustimmung der Autorin hier veröffentlicht.

(Un)Vereinbarkeit: Wie das »Business-Festival« re:publica Menschen mit Kindern bewusst ausschließt

In der »Ansage zur Vielfalt« der Blogger-Konferenz re:publica heißt es:

Eine Gesellschaft lebt von der Vielfalt ihrer Mitglieder – das gilt erst recht auch für die digitale Gesellschaft! Deshalb ist die re:publica eine Konferenz, die die Andersartigkeit feiert und keinen Menschen aufgrund von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung, Aussehen, Hautfarbe, Herkunft oder Religion ausgeschlossen wissen möchte.

Ich möchte hiermit eine Änderung vorschlagen: Fügen wir den Nebensatz ein, dass Menschen mit Kindern doch ein bisschen zu anders sind, um teilzunehmen. Warum? Nach der re:publica 2014 wurde nicht zuletzt durch die verstärkte Teilnahme von ElternbloggerInnen öffentlich darauf hingewiesen, dass die Veranstalter gut daran täten, eine Kinderbetreuung anzubieten. Es wurde Besserung gelobt. Nichts besserte sich. [Read more…]