Bürger Hacker – Podiumsdiskussion mit Live-Stream

Unter dem etwas sperrigen Titel “Bürger Hacker” veranstaltet das Goethe Institut in Moskau am morgigen Mittwoch, den 13. Juli 2011 eine Podiumsdiskussion mit Live-Stream:

Bei der Podiumsdiskussion wird es um die Frage gehen, welche Instrumente den Menschen in der demokratischen Informationsgesellschaft zur Verfügung stehen, um sich als aktive Bürger einbringen und zivile Kontrolle ausüben zu können. Nicht zuletzt seit den Skandalen um Wikileaks fällt auf den Begriff des „Hackers“ ein neues Licht. Die Forderung eines unbegrenzten und vollständigen Zugangs zu Computern und zu dem, was den Menschen hilft „zu verstehen, wie diese Welt funktioniert“, oder die Forderung eines freien und kostenlosen Zugangs zu jeder gesellschaftlich relevanten Information für alle – diese Prinzipien der in den 1980er Jahren entworfenen Hackerethik können heute die Prinzipien eines jeden mündigen Bürgers sein.

Aber muss man Informatiker sein, damit das demokratische Instrument der zivilen Kontrolle im digitalen Zeitalter funktionieren kann? Gibt es Grenzen für einen transparenten Umgang mit gesellschaftlich relevanten Daten? Und wer trägt die Verantwortung für die Folgen der Veröffentlichung geheimer Informationen?

Es wird also voraussichtlich um den aktuellen Schwerpunkt im Bereich (Wiki-)Leaks, Informationsfreiheit, Daten-Journalismus usw. gehen. Auf dem Podium sind unter anderem Mercedes Bunz und Constanze Kurz. Die Diskussion wird von 18:00 bis 20:00 Uhr (deutscher) Zeit übertragen, auf Twitter kann per Hashtag #dostub mitdiskutiert werden.

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Mitschnitt: Richard Stallman: Copyright versus Community in the Age of Computer Networks

Und hier der (leidlich bearbeitete) Mitschnitt zu Richard Stallmans Vortrag letzten Mittwoch in der Akademie der Wissenschaften.

Online hören:

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Erster Kommunikationskongreß in der sektorierten Stadt

Bei der Recherche für meine Dissertation bin ich in der DDR Zeitschrift “Mikroprozessortechnik” auf folgende kleine CCC-Anekdote zum “Ersten Kommunikationskongreß in der sektorierten Stadt” (Der Titel könnte auch glatt aus “Welt am Draht sein” sein) aus der Wendezeit gestoßen:

Quellenangabe:  Computer-Chaos komplett, in: Kammer der Technik, Fachberband Elektrotechnik (Hrsg.), Mikroprozessortechnik. Zeitschrift für Mikroelektronik Computertechnik Informatik, 4. Jahrgang, Berlin 1990, S.98.

Und hier nochmal Suchmaschinen-kompatibel:

Computer-Chaos komplett
Am letzten Wochenende im Februar (24.-25. Februar 1990) fanden sich Computer- und Medienfreaks sowie Fachleute zum ,,ersten Kommunikationskongreß in der sektorierten Stadt” im Berliner Haus der jungen Talente (HdjT) ein. ln der gemeinsamen Veranstaltung des HdjT-Computerclubs und des Chaos Computer Clubs (CCC) aus Hamburg ging es unter dem Motto ,.Bürgerdiplomatie” um den öffentlichen Erfahrungsaustausch und ums Kennenlernen. Nach anfänglichen Anpassungsproblemen, die sich organisatorisch am Sonnabendvormittag noch bemerkbar machten, hatten die Veranstalter aus Ost und West recht schnell die Kompatibilität hergestellt und das ,,Chaos geordnet”. Für den Besucher stellte sich der Ablauf der Veranstaltungen jedenfalls nicht ungeordneter dar als der anderer Tagungen. Während der Sonnabend vorrangig der technischen Wissensvermittlung vorbehalten war, beispielsweise zu Mailbox-Netzen (übrigens wurde über mehrere Postleitungen Computerkommunikation auch über Landesgrenzen betrieben), ging es am Sonntag vor allem um gesellschaftliche Zusammenhänge und Konsequenzen. Themen waren unter anderem Computerkriminalität, Datenschutz und -sicherheit und Computerviren – jeweils präsentiert von namhaften Referenten aus Ost und West. Die über 400 Besucher der Veranstaltung waren mit dem Gebotenen offensichtlich ebenso zufrieden wie der Leiter des HdjT-Computerclubs, Stelan Seeboldt, und der,,Alterspräsident” des CCC, Wau Holland (39), mit dem Ergebnis des Kennenlernens. Inkompatibilität gab es nur noch bezüglich eines möglichen nächsten Veranstaltungstermins. Seeboldt: ,,lm Juni . . . oder, na ja, schreib’ mal Herbst.” Holland: ,,Wann die Ostfreaks wollen. am liebsten im Februar 91 … oder vielleicht Ostern?” Aber wer erwartet denn heutzutage konkrete Termine, wenn sie über 14 Tage hinausreichen? MP-We”

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