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	<title>Leitmedium</title>
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		<item>
		<title>Über »Totholzmedien«</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2013/03/10/uber-totholzmedien/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=uber-totholzmedien</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Mar 2013 20:32:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Totholzmedien. Immer wieder lese ich diesen Begriff und jedes mal stört er mich. Ich will kurz erklären, warum. »Totholzmedien« bezeichnet vor allem in Blogs und auf Twitter klassische Papier-basierte Medien wie Zeitungen und Bücher. Einen guten Eindruck erhält man im &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2013/03/10/uber-totholzmedien/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Totholzmedien. Immer wieder lese ich diesen Begriff und jedes mal stört er mich. Ich will kurz erklären, warum.</p>
<p>»<em>Totholzmedien</em>« bezeichnet vor allem in Blogs und auf Twitter klassische Papier-basierte Medien wie Zeitungen und Bücher. Einen guten Eindruck erhält man im exemplarisch herausgepickten Blog-Artikel »<a href="https://www.radio-utopie.de/2008/08/29/totholzfantasien-von-matthias-horx/">Totholzfantasien von Matthias Horx</a>«:</p>
<blockquote><p>Natürlich geht es bei Artikeln in der Springerpresse nicht um sauberes Denken. Das wäre dort eher fehl am Platze. Es geht um Demagogie. Allerdings ist das, die wesentliche Aufgabe aller deutschen Totholzmedien und ihrer Ableger im Netz. Das diese Art von demagogischen “Journalisten” oder vielleicht besser Journalismus vortäuschenden Demagogen Angst haben, ist in letzter Zeit andauernd zu beobachten.</p></blockquote>
<p>Der Begriff degradiert diese Medien durch eine doppelte Spitze: Er unterstellt einerseits das (sinnlose) Töten von Bäumen und betont zugleich den Anachronismus von Papier. Es ist ein Kampfbegriff, der genutzt wird, um pauschal das (Massen-)Medium bedrucktes Papier und dessen Produzenten und Inhalte zu diskreditieren.</p>
<p><img src="http://www.leitmedium.de/./uploads/5829590505_28945750a3_o.jpg" alt="5829590505_28945750a3_o" width="640" height="246" class="alignnone size-full wp-image-904" /><br />
<small><a title="Chopping wood" href="http://flickr.com/photos/jaydot/5829590505/">cc licensed ( BY NC SA )  flickr photo</a> shared by <a href="http://flickr.com/people/jaydot/">Jaydot</a></small></p>
<p>Es ist ein guter Begriff, das sei zugegeben. Das Doppelspiel von &#8220;tot&#8221; (alt) und &#8220;totem Holz&#8221; (sinnlos) ist selbsterklärend. »Totholzmedien« transportiert einen ganzen Diskurs komprimiert in einem Wort. Und dennoch lässt er sich leicht dekonstruieren, wenn man die von ihm unterstellte Kritik auf den Begriff selbst anwendet.</p>
<p><strong>Zur Materialität </strong></p>
<p>Wenn die ökologische Vergleich eröffnet wird, mag zwar immernoch pedantisch wirken, zu fragen, ob Nicht-Totholzmedien ohne gefällte Bäume besser dastehen, aber wir wollen es kurz anreißen. Man müsste den Energie-Footprint eines Blogs, eBooks oder gar Tweets bestimmen. Dabei geht es nicht nur um den Stromverbrauch für den Lesevorgang. Die anteilige Herstellung der beteiligten Rechner, Nutzung von Netz-Infrastruktur und der Long-Tail wie der Abbau seltener Erden trägt einiges zusammen. Nimmt man als vereinfachtes Beispiel den Energieverbrauch einer Suchabfrage, <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/suchmaschinenriese-google-verbraucht-so-viel-strom-wie-eine-grossstadt-a-785217.html">kommt ein durchschnittlicher Nutzer laut Google auf 180 Wattstunden pro Monat</a>:</p>
<blockquote><p>Den Energieverbrauch eines typischen Nutzers im Monat setzt Google mit demjenigen gleich, den eine 60-Watt-Glühbirne bei dreistündiger Brenndauer benötigt. Eine durchschnittliche Google-Suche verbrauche 0,3 Wattstunden, gab der Suchmaschinenriese bekannt. Bei der von Google geschätzten Zahl von mehr als einer Milliarde Suchanfragen pro Tag, tragen diese mit 12,5 Millionen Watt zum Energieverbrauch bei.</p></blockquote>
<p>Ich werde mich jetzt nicht um Kopf und Kragen schreiben und felsenfest behaupten, Bücher seien aus ökologischer Perspektive elektronischen Publikationen vorzuziehen. Ich gebe nur zu Bedenken, dass das technologische Verbund zur Rezeption und Verteilung elektronischer Texte gern als gegeben angenommen wird. Dabei handelt es sich auch hier auch letztlich um ein Gefüge aus Artefakten, die in ihrer Gesamtheit eine nicht unerhebliche Menge an Energie konsumieren.</p>
<p><strong>Zur Sippenhaft</strong></p>
<p>Doch genug der Spitzfindigkeiten. Mein eigentlicher Vorwurf ist die Sippenhaft des Begriffs. »Totholzmedien« reduziert ein Medium auf dessen Materialität und zieht zugleich jegliche Existenzberechtigung in Frage. Als würde der Druck eines elektronischen Textes diesen plötzlich zu »Lügen der Systempresse« machen. Dabei bin ich als Medienwissenschaftler durchaus Freund von Betrachtungen über die Materialität von Medien und der letzte, der sich einem &#8220;The Medium is the Message&#8221; pauschal verweigert. Wenn papierbasierte Medien aber als Dispositiv Inhalte vorstrukturieren, dann ist das Resultat sicher nicht ein Berg anachronistischer Lügen. Das wäre schon insofern verwunderlich, als viele Blogger ihre Themen letztlich in Büchern bündeln oder in den letzten Jahren verstärkt in Zeitungen zu Wort kommen. Wie nennt man diese Chimäre? Holzbloguntoter?</p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>Ich finde die Kritik gut, aber warum immer gleich ein Buch? Hasst ihr die Bäume so sehr? Sie spenden uns doch Schatten an sonnigen Tagen.</p>
<p>&mdash; Anatol Stefanowitsch (@astefanowitsch) <a href="https://twitter.com/astefanowitsch/status/310047847963840512">March 8, 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Zugleich macht der Begriff einen Fehler, der gerade in Blogs den Printmedien unterstellt wird: Pauschalisierung und Verflachung. Gern kreidet man der Presse eine Verflachung des Diskurses an, wenn es um Netz-bezogene Themen geht. Sicher nicht ganz zu Unrecht. Man fühlt sich nicht ernst genommen. Doch wenn wir diese Medien pauschal als Totholzmedien bezeichnen, subsummieren wir damit jedes gedruckte Wort. Das ist unfair und zugleich verhindert es einen Austausch.</p>
<p>Man könnte sogar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Derrida">Derridas</a> Kritik an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Phaidros">Platons Phaidros</a> wiederholen: Im Phaidros, einem Dialog Platons, wird Schriftkritik geübt. Der oralen Kultur wird hinterhergejammert, die Schriftkultur verurteilt. Derrida dekonstruiert den Text unter anderem durch den Hinweis, dass Phaidros selbst ein Schriftstück ist und nur als solches funktioniert. Es ist analytisches, logozentrisches Denken in Text. Beim Begriff »Totholzmedien« dreht sich die zeitliche Achse: Das neue Medium kritisiert das alte. Der Vorwurf aber kann wiederholt werden: Man vergisst, dass die eigene Diskursform zutiefst vom Kritisierten durchdrungen ist. Analysieren, Zitieren und Verlinken sind über Jahrhunderte auf Papier erarbeitete Kulturtechniken. Man muss davor nicht erfürchtig auf die Knie fallen. Es vereinfacht als unnötige Altlast zu bezeichnen, wird der Angelegenheit aber auch nicht gerecht.</p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=897&amp;md5=393956540b27d044592fd822d1409ab4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Google-Glass-Debatte. Ende des Jahres sind wir klüger.</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2013/03/04/die-google-glass-debatte-ende-des-jahres-sind-wir-kluger/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=die-google-glass-debatte-ende-des-jahres-sind-wir-kluger</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Mar 2013 22:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit ein paar Tagen ist die Diskussion um Google Glass wieder in vollem Gang. Google Glass ist eine wohl noch dieses Jahr erscheinende Datenbrille, die entweder ein epischer Flop oder das Stadtbild verändern wird. (Quelle: Wikipedia) In der FAZ zeichnet &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2013/03/04/die-google-glass-debatte-ende-des-jahres-sind-wir-kluger/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ein paar Tagen ist die Diskussion um <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Google_Glass">Google Glass</a> wieder in vollem Gang. Google Glass ist eine wohl noch dieses Jahr erscheinende Datenbrille, die entweder ein epischer Flop oder das Stadtbild verändern wird.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-892" alt="q4lth7gmf5q1" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/q4lth7gmf5q1.png" width="640" height="239" />(Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Google_Glass_detail.jpg">Wikipedia</a>)</p>
<p><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/aus-dem-maschinenraum/aus-dem-maschinenraum-der-tag-an-dem-die-welt-stillstand-12097962.html">In der FAZ zeichnet Constanze Kurz eine dystopische Zukunftsfiktion</a>, in der das Stadtleben nach Ausfall einer monopolistischen Glass-Infrastruktur zum Erliegen kommt.  Temporär besinnt man sich wieder auf die Zeit vor der Technologie zurück:</p>
<blockquote><p>Nach einigen Stunden ahnten die meisten Menschen, dass das technische Problem vielleicht doch umfangreicher sein könnte, denn die Services blieben weiter deaktiviert. Soziale Gepflogenheiten, die man längst vergessen glaubte, wurden entstaubt. Man fragte Menschen nach dem Weg, anstatt wie sonst die allwissende Maschine zu bemühen. Kontaktlisten in den Telefonen wurden wieder wichtige Hilfsmittel für Gespräche, sofern sie noch lokal auf den Telefonen gespeichert waren und nicht schon längst in der nun nicht mehr funktionierenden Cloud verschwunden waren.</p></blockquote>
<p>Felix Neumann greift diese Technik-Kritik in seinem Blog-Post &#8220;<a href="http://fxneumann.de/?p=2495">Sheeple mit Brillen</a>&#8221; auf und fragt, ob hier nicht technische Entwicklungen ganz allgemein kritisiert werden:</p>
<blockquote><p>Das Szenario von Kurz funktioniert dann als Kritik an Google Glass, wenn ein essentieller Unterschied zwischen dem Status quo der Technik und Glass besteht – ansonsten ist es nur ein willkürlicher Punkt in der Technikgeschichte, an dem eine <a href="http://www.eurozine.com/articles/2009-12-01-passig-de.html">Standardsituation der Technologiekritik</a> auftritt, die in wenigen Jahren bestenfalls noch kurios anmutet, heute aber als Untergang und Umwertung aller Werte gelesen wird – oder wie es <a href="http://www.goodreads.com/quotes/39828-i-ve-come-up-with-a-set-of-rules-that-describe">Douglas Adams beschreibt</a>: »Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.«</p>
<p>Kurz reduziert die <a href="http://www.ccc.de/hackerethics">Hackerethik</a>, als gelte allein »Mißtraue Autoritäten – fördere Dezentralisierung« als erste und alles überstrahlende Regel. Alle Argumente, die Kurz anführt oder andeutet, könnten gegen jedwede Technik gerichtet werden. Übrig bleibt dann eine hochgradig elitäre Technikethik</p></blockquote>
<p>Kurz führt eine um die Hackerethik erweiterte allgemeine Technologie-kritischen Schule <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Weizenbaum">Joseph Weizenbaums</a> fort. Sie  war selbst mit Weizenbaum persönlich bekannt. Spezifischer mit Glass befasst sie sich bei der Beschreibung möglicher gesellschaftlicher Verhaltensänderungen:</p>
<blockquote><p>Erst nach und nach hatten sich akzeptierte Umgangsformen herausgebildet. Man setzte die Brille demonstrativ ab, wenn Diskretion oder Aufmerksamkeit signalisiert werden sollte. Gargoogles bekamen Hausverbot in etlichen Clubs und Restaurants, viele hatten Probleme mit ihren Arbeitgebern. Die Anwesenheit eines Gargoogles, von dem man nicht wusste, ob er gerade etwas in Wikipedia nachschlug oder das Gespräch am Nachbartisch live zu einer Skandalwebsite streamte, wurde als unangenehm und unpassend empfunden.</p>
<p>Gargoogles blieben daher fast immer unter sich, wenn sie nicht gerade loszogen, um ihre proklamiertes Recht auf permanentes Erfassen, Analysieren und Publizieren ihrer Umgebung durch provokative Aktionen an öffentlichen Orten durchzusetzen.</p></blockquote>
<p>Interessant, dass hier die Glass-Träger zu den offensiven, weil &#8220;provokativen&#8221; Akteuren gemacht werden. Aktuell &#8211; in einer Phase, in der nur auf der Basis von Ankündigungen diskutiert wird &#8211; kommt die provokative Offensive eher aus der Richtung der Glass-Gegner. Hier ruft <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Padeluun">Padeluun</a>, Mitbegründer des FoeBuD, Jury-Teilnehmer der Big Brother Awards und Mitglied der Enquete <a title="Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enquete-Kommission_Internet_und_digitale_Gesellschaft">Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft</a> zu aktivem körperlichem Widerstand gegen Datenbrillen auf:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Neue Sportdisziplin für <a href="https://twitter.com/search/%23camover">#camover</a> &#8211; Leuten die Datenbrille abnehmen und zertreten: <a href="http://t.co/c1rtmuHQ9y" title="http://www.vuzix.com/home/">vuzix.com/home/</a> (da ist &#8216;ne Kamera drin).</p>
<p>&mdash; padeluun (@padeluun) <a href="https://twitter.com/padeluun/status/306063554778378241">25. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script><br />
Dieser Widerstand hat seine realen Vorläufer. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steve_Mann">Steve Mann</a>, der sich seit mehreren Jahrzehnten mit der Entwicklung von Datenbrillen und Mensch-Maschine-Schnittstellen beschäftigt, <a href="http://techcrunch.com/2012/07/16/augmented-reality-explorer-steve-mann-assaulted-at-parisian-mcdonalds/">wurde letztes Jahr in einer Pariser McDonalds-Filiale körperlich angegriffen</a>.  Auslöser dieser Reaktionen ist nicht die Datenbrille selbst, sondern die integrierte Kamera.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-894" alt="0sgdmkdqm36a" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/0sgdmkdqm36a.png" width="640" height="204" /><br />
(Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:SteveMann_with_Generation-4_Glass_1999.jpg">Wikipedia</a>)</p>
<p>Mann hat gerade erst <a href="http://spectrum.ieee.org/geek-life/profiles/steve-mann-my-augmediated-life">im lesenswerten Artikel &#8220;My “Augmediated” Life&#8221;</a> die Erfahrungen seiner letzter 35 Jahre zusammengefasst. Er schließt den Artikel mit folgendem Ausblick:</p>
<blockquote><p>I believe that like it or not, video cameras will soon be everywhere: You already find them in many television sets, automatic faucets, smoke alarms, and energy-saving lightbulbs. No doubt, authorities will have access to the recordings they make, expanding an already large surveillance capability. To my mind, surveillance videos stand to be abused less if ordinary people routinely wear their own video-gathering equipment, so they can watch the watchers with a form of inverse surveillance.</p>
<p>Of course, I could be wrong. I can see a lot of subtle things with my computerized eyewear, but the future remains too murky for me to make out.</p></blockquote>
<p>Mark Hurst schreibt im Blog-Post &#8220;<a href="http://creativegood.com/blog/the-google-glass-feature-no-one-is-talking-about/">The Google Glass feature no one is talking about</a>&#8221; (er lebt ganz offenbar nicht in Deutschland) zur Wirkung der Brille auf andere Personen:</p>
<blockquote><p>The key experiential question of Google Glass isn’t what it’s like to wear them, it’s what it’s like to be around someone <em>else</em> who’s wearing them. I’ll give an easy example. Your one-on-one conversation with someone wearing Google Glass is likely to be annoying, because you’ll suspect that you don’t have their undivided attention. And you can’t comfortably ask them to take the glasses off (especially when, inevitably, the device is integrated into prescription lenses). Finally – here’s where the problems really start – you don’t know if they’re taking a video of you.</p></blockquote>
<p>Es geht also um die Angst vorm panoptischen Aufgezeichnet-Werden. Doch Hurst unterstreicht, dass es sich anders verhält als bei bisherigen CCTV-Kameras:</p>
<blockquote><p>Now, I know the response: “I’m recorded by security cameras all day, it doesn’t bother me, what’s the difference?” Hear me out – I’m not done. What makes Glass so unique is that it’s a Google project. And Google has the capacity to combine Glass with other technologies it owns.</p></blockquote>
<p>Es ist nicht mehr die Angst vor einer audivisuellen Aufzeichnung. Es ist das Droh-Szenario der automatischen Verknüpfbarkeit von Daten. Für deutlich weniger bis gar keine Aufregung sorgte entsprechend <a href="http://www.kickstarter.com/projects/martinkallstrom/memoto-lifelogging-camera">die Kickstarter-Finanzierung der Miniatur-Kamera &#8220;Memoto Lifelogger</a>&#8220;.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-886" alt="n~3y_jhy2n8d" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/n3y_jhy2n8d.png" width="616" height="202" /><br />
(Quelle: <a href="http://www.kickstarter.com/projects/martinkallstrom/memoto-lifelogging-camera">kickstarter.com</a>)</p>
<p>Die Diskussion dreht sich also um Google, nicht um die Technologie, die man in den Händen hält. Jürgen Geuter <a href="http://blog.spackeria.org/2012/06/15/das-demokratisierte-panoptikum-googles-daten-brille-project-glass/">schrieb dazu schon Mitte 2012</a>:</p>
<blockquote><p>Und diese Chance ist zu wertvoll als dass wir uns von Panik gegenüber Google oder anderen Firmen davon abhalten lassen sollten, sie auszuprobieren, zu diskutieren und dann einem gesellschaftlichen Konsenz entsprechend einzusetzen.</p></blockquote>
<p>Die Frage ist, was man der antiamerikanischen Haltung aus Europa entgegensetzen möchte. (Anti-Amerikanismus soll hier nicht in der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Americanism">Begriffs-Tradition </a>stehen, sondern schlicht die kritische Haltung gegenüber Diensten aus USA bezeichnen). Bisher groß angekündigte Projekte sind gefloppt: Eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quaero">Europäische Suchmaschine</a>? Man nutzt Google. Eine <a href="https://netzpolitik.org/2012/konferenz-was-sind-die-europaischen-alternativen-zu-google-und-facebook/">Europäische Alternative</a> zu den bekannten Social Networks? Man diskutiert auf Facebook, Twitter und G+ darüber.</p>
<p>Übrigens galt die analysierende Universalmaschine Datenbrille aus den USA auch hierzulande mal aus Utopie, wie <a href="http://www.wired.com/business/2012/04/epicenter-google-glass-ar/">folgende Gegenüberstellung in der Wired von Glass und dem &#8220;Visor&#8221; aus Star Trek</a> zeigt:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-889" alt="jlnh44893im-" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/jlnh44893im-.png" width="611" height="303" /><br />
(Quelle: <a href="http://www.wired.com/business/2012/04/epicenter-google-glass-ar/">wired.com</a>)</p>
<p>Alles in allem ist die Diskussion in Moment hitzig, das Gerät <a href="http://startupblog.wordpress.com/2010/05/11/the-internet-lives-in-dog-years/">in Internet-Zeitrechnung</a> noch in weiter Ferne. Wir haben also noch ein paar Monate, um drüber zu diskutieren, was wir erwarten, was wir wollen und was nicht. Julian Finn schreibt vielleicht ganz passend in &#8220;<a href="http://www.zeitspuk.de/archives/886-Glass-als-Anfang.html">Glass als Anfang</a>&#8220;:</p>
<blockquote><p>Wir brauchen also eine gesellschaftliche Debatte. Wir müssen darüber reden, wie wir alle damit umgehen wollen, und zwar ohne in Paternalismus zu verfallen.<br />
Technische Lösungen, Kontrollmechanismen, scharfe Gesetze, das macht mir Angst. Genauso wie ich nicht an jeder Ecke einen Körperscanner haben möchte, nur weil es Waffen gibt, möchte ich keine Störgeräte oder Kameradetektoren. Wir müssen darüber reden, wann es okay ist, zu Fotografieren – und wann nicht. Wir müssen uns klar machen, dass es Graubereiche geben wird, Definitionsunschärfen. Es gibt viel zu reden. Aber weder eine „Ist-doch-alles-egal“-Haltung noch eine maschinenstürmende Technikfeindlichkeit werden uns voran bringen. Schon gar nicht, wenn wir auf der Basis von einzelnen Gerätschaften debattieren. Denn während die eine Firma gerade noch das Produkt „Glass“ marktreif macht, forschen mit Sicherheit viele andere schon an der nächsten Generation.</p></blockquote>
<p>Finn ist aktives Mitglied des CCC. Dort wurde gerade intern die Diskussion angestoßen, wie spätestens auf dem Chaos Communication Congress mit den zu erwartenden Teilnehmern mit Google Glass umgegangen werden soll. So fallen also Ende des Jahres &#8211; Einführung von Glass und Chaos Congress &#8211; zwei Events zusammen, die sich aneinander reiben werden. Ich hoffe nicht, in dieser Form:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Sport für den nächsten Winter: Unbeschadet mit Google Glases über den <a href="https://twitter.com/search/%2330C3">#30C3</a>.</p>
<p>&mdash; Caspar C. Mierau (@leitmedium) <a href="https://twitter.com/leitmedium/status/307429377946316800">1. März 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=881&amp;md5=3c9df0528904198f048f1bc39df9fc6c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Das @tazgezwitscher &#8211; oder wie man seine Twitter-Follower zu Tode nervt</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2013/02/19/das-tazgezwitscher-oder-wie-man-seine-twitter-follower-zu-tode-nervt/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=das-tazgezwitscher-oder-wie-man-seine-twitter-follower-zu-tode-nervt</link>
		<comments>http://www.leitmedium.de/2013/02/19/das-tazgezwitscher-oder-wie-man-seine-twitter-follower-zu-tode-nervt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 10:39:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor kurzem änderte die TAZ mit ihrem Twitter-Account @tazgezwitscher die Twitter-Strategie und wurde »gesprächiger«. Man ging vom einfachen Posten von Artikeln über zu witzigen Kommentaren und schnellen Reaktion. Das kann man machen. Zugleich scheint jemand auf die glorreiche Idee gekommen &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2013/02/19/das-tazgezwitscher-oder-wie-man-seine-twitter-follower-zu-tode-nervt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem änderte die TAZ mit ihrem Twitter-Account <a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">@tazgezwitscher</a> die Twitter-Strategie und wurde »gesprächiger«. Man ging vom einfachen Posten von Artikeln über zu witzigen Kommentaren und schnellen Reaktion. Das kann man machen. Zugleich scheint jemand auf die glorreiche Idee gekommen zu sein, dass es besonders wichtig sei, die magische Grenze von 100.000 Followern zu erreichen. Um hier schnell voranzukommen dachte man sich ein Gewinnspiel aus, auf das man nun gefühlt im Stundentakt hinweist und die Follower zu Retweeten animiert:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Die 100.000 rückt näher! Bis dahin verlosen wir ein Nexus7 und 10 ePaper-Abos unter unseren Followern, die diesen Tweet retweeten <a href="https://twitter.com/search/%23taz100000">#taz100000</a></p>
<p>&mdash; taz (@tazgezwitscher) <a href="https://twitter.com/tazgezwitscher/status/303792951518191616">19. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Das Problem mit solchen Aktionen ist, dass die 99.000 bisherigen Follower die Tweets und Retweets als Zaungast ertragen müssen. Wir haben davon die Nase voll. Erst entfolgen wir, dann muten wir, dann blocken wir. Aber man kann seine Follower ja auch einfach mal austauschen.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Ich verlose unter allen, die nicht über die Verlosungs-Aktion von @<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a> twittern, einen freundlichen Klaps auf die Schulter!</p>
<p>&mdash; Lucie (@Autofocus) <a href="https://twitter.com/Autofocus/status/303813330030706688">19. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Die @<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a> macht ein Experiment: Wie schnell kann man alle Follower durch &#8220;Ich klicke alles für ein Nexus7&#8243;-Menschen austauschen?</p>
<p>&mdash; tante (@tante) <a href="https://twitter.com/tante/status/303794658964803585">19. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a> jetzt geht das schon wieder von vorne los&#8230; moin übrigens</p>
<p>&mdash; Pia Lotta Kpunkt (@PiaLottaK) <a href="https://twitter.com/PiaLottaK/status/303793365089153024">19. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Ich habe das Gefühl, wenn ich alle entfolgen würde die @<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a> retweeten für ein Nexus7 dann wäre meine Timeline leer m(</p>
<p>&mdash; Alexander Klink (@alech) <a href="https://twitter.com/alech/status/303794162187268096">19. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Megasuperaktion: Wir verlosen eine taz unter allen, die diesen Tweet retweeten und gleichzeitig @<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a> entfolgen.<a href="https://twitter.com/search/%23taz00000">#taz00000</a></p>
<p>&mdash; metronaut (@metronaut) <a href="https://twitter.com/metronaut/status/303794093643939842">19. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Ich steuer auf 1000 Follower zu! Bis dahin verlose ich eine TAZ unter allen meinen Followern, die diesen Tweet retweeten. cc @<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a></p>
<p>&mdash; FlorianDeissenrieder (@farddizzle) <a href="https://twitter.com/farddizzle/status/303482572204290049">18. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>oder doch @<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a> muten?</p>
<p>&mdash; Michael Seemann (@mspro) <a href="https://twitter.com/mspro/status/303480737540235264">18. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Ich verlose eine Tüte Popcorn unter den ersten 99.000 Usern, die @<a href="https://twitter.com/tazgezwitscher">tazgezwitscher</a> entfolgen und diesen Tweet retweeten. TAZ lesen erlaubt.</p>
<p>&mdash; Caspar C. Mierau (@leitmedium) <a href="https://twitter.com/leitmedium/status/303803282093117440">19. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=873&amp;md5=15290694997907eda20120ff7bf31784" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Vortrag: Offene Beziehungen, oder: Zu Weihnachten fällt das Schenken schwer</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2012/12/19/vortrag-offene-beziehungen-oder-zu-weihnachten-fallt-das-schenken-schwer/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=vortrag-offene-beziehungen-oder-zu-weihnachten-fallt-das-schenken-schwer</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Dec 2012 22:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Post Privacy]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der diesjährigen Spackeriade, einer kleinen Konferenz rund um Post-Privacy, habe ich einen Vortrag über Offene Beziehungen gehalten. Der Titel suggeriert, es ginge um Polyamorie, doch dies war nicht das (Haupt-)Thema. Ich habe vielmehr über Liebesbeziehungen als mediale Konstruktionen und &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2012/12/19/vortrag-offene-beziehungen-oder-zu-weihnachten-fallt-das-schenken-schwer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der <a href="http://blog.spackeria.org/2012/11/13/ablauf-1-spackeriade-spack1/">diesjährigen Spackeriade</a>, einer kleinen Konferenz rund um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Post-Privacy">Post-Privacy</a>, habe ich einen Vortrag über Offene Beziehungen gehalten. Der Titel suggeriert, es ginge um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Polyamory">Polyamorie</a>, doch dies war nicht das (Haupt-)Thema. Ich habe vielmehr über Liebesbeziehungen als mediale Konstruktionen und das Öffnen der Kommunikationskanäle gesprochen. Ich bin der Frage nachgegangen, warum es für gesellschaftliches Unverständnis sorgt, wenn man in einer Beziehung den Partner per Latitude orten kann (bei normalen Freunden aber eher akzeptabel scheint) und warum man dieses Unverständnis nicht teilen muss. Dazu aus dem <a href="http://lanyrd.com/2012/spack1/szfbq/">Ankündigungstext</a>:</p>
<blockquote><p>Zückt man sein Smartphone und öffnet Latitude mit den Worten &#8220;Ich seh mal kurz nach, wo meine Partnerin gerade ist&#8221;, stößt man in der Regel auf Unverständnis. Eine Beziehung müsse schließlich auch Geheimnisse ermöglichen, jeder brauche sein Rückzugsgebiet. Ja, es seien gar Erotik und Anziehung gefährdet, denn nur was aufregend ist, kann gut sein.<br />
Doch was am Modell »Privatsphäre in der Beziehung« ist tatsächlich notwendig und was nur gesellschaftlich tradiert? Wie lebt es sich in einer offenen, weil transparenten Beziehung, die nicht das Geheimnis als Bedingung von Romantik behauptet?</p></blockquote>
<p><iframe width="640" height="360" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/G3dFHapRjgM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Der Vortrag ist ein erster Versuch zum Thema. Das Feedback war erfreulich positiv. Ich werde sicher noch einmal etwas dazu verschriftlichen (und auch auf einige kritische Hinweise eingehen).</p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=860&amp;md5=26ccf2d84c806a4049b600b8868bf967" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Das kostenlose Berliner WLAN oder: Fördergelder für 30 Minuten Internet</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2012/10/23/das-kostenlose-berliner-wlan-oder-fordergelder-fur-30-minuten-internet/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=das-kostenlose-berliner-wlan-oder-fordergelder-fur-30-minuten-internet</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Oct 2012 20:28:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Großspurig wurde in den letzten Wochen das vor kurzem gestartete „kostenlose WLAN“ in Berlin angekündigt. Eine Kooperation der Stadt Berlin, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) und Kabel Deutschland bringt das Internet in die Hauptstadt. Und damit teure Eulen nach Athen. Beim &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2012/10/23/das-kostenlose-berliner-wlan-oder-fordergelder-fur-30-minuten-internet/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Großspurig wurde in den letzten Wochen <a href="http://www.berlin.de/special/computer-und-handy/internet/news/2766920-909337-kostenloses-wlan-in-berlin-gestartet.html">das vor kurzem gestartete „kostenlose WLAN“ in Berlin angekündigt</a>. Eine Kooperation der Stadt Berlin, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) und Kabel Deutschland bringt das Internet in die Hauptstadt. Und damit teure Eulen nach Athen.</em></p>
<p>Beim Start des Projektes wurden 44 Hotspots in Betrieb genommen, um die 100 sollen es werden. Diese sind um touristische Anlaufstellen verteilt (z.B. Hackescher Markt, Gendarmenmarkt, Unter den Linden, Kastanienallee und Kollwitzplatz). Die Auswahl der Zugangspunkte zeigt: Es geht nicht wie angekündigt um <em>Berliner und Berlin-Besucher</em>, sondern nur um die <em>Besucher</em>. Das ist nicht verwerflich: Die Förderung des Tourismus ist aus Sicht der Stadt legitim. Es ist jedoch ein Kommunikationsproblem: Entweder ist es ein ernstgemeintes Angebot für Anwohner und Gäste, oder Wirtschafts-Förderung.</p>
<p><a href="http://www.leitmedium.de/./uploads/IMG_20121020_093952.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-847" title="IMG_20121020_093952" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/IMG_20121020_093952.jpg" alt="" width="640" height="250" /></a></p>
<p>Die jetzt mit dem Berliner WLAN versorgten Orte weisen eine hohe Café- und Hotel-Dichte auf. Es sind die Gegenden, in denen man vom <a href="http://www.sanktoberholz.de">St. Oberholz</a> ins nächste Café mit Netz stolpert und eher mit Problemen durch zu viele Funknetze zu kämpfen hat. Dass es zentrale Orte sind, steht außer Frage. Ob es die Berliner Gegenden sind, in denen ein kostenloser Netzzugang am meisten benötigt wird, ist mehr als fraglich.</p>
<p>Die tägliche Nutzungsdauer des Netzes auf 30 Minuten begrenzt. Für einen Touristen kann das hilfreich sein: Ein paar E-Mails abrufen, nach dem Weg sehen, ein Restaurant finden. Für den alltäglichen Gebrauch reichen 30 Minuten heute nicht einmal für die Zeit bis zum ersten Zähneputzen. Man geht nicht mehr ins Netz, man ist drin. In jedem Café um die Ecke bekommt man einen besseren Netzzugang. Doch man wiegelt schon ab und frohlockt, dass bald attraktive Verlängerungsangebote zum kleinen Preis folgen sollen. Die Stadt finanziert Kabel Deutschland eine profitable Infrastruktur. Warum eigentlich?</p>
<p>Markus Beckedahl, der über die MABB in das Projekt involviert ist, <a href="https://netzpolitik.org/2012/freie-funknetze-sind-die-offenen-kanale-des-21-jahrhunderts/">erklärt auf Netzpolitik.org die Hintergründe</a>. Er kommt zum Schluss: „<em>Eine Revolution ist das mit rund 100 geplanten Hotspots nicht, aber mehr öffentliche Zugänge mit Basis-Zugang sind trotzdem gut</em>“. Dem sollte man nicht zustimmen. Nein, es ist nicht gut, unter falschem Vorwand eine einen Provider beim Aufbau eines letztlich doch kommerziellen Projekts zu unterstützen. Es ist eine fragwürdige Infrastruktur an fragwürdigen Orten. Und es ist ein problematischer Anbieter: <a href="https://netzpolitik.org/2012/netzneutralitat-kabel-deutschland-drosselt-nicht-nur-bittorrent-dementiert-eingriff-in-speedtests/">Kabel Deutschland stand erst vor wenigen Wochen &#8211; auch auf Netzpolitik.org &#8211; am Pranger wegen seiner dubiosen Eingriffe in den Datenverkehr</a>. Diesmal kein Wort davon.</p>
<p>Einen guten Punkt gibt es am Projekt: Es wird als Anlass genommen, das Problem der Störerhaftung zu diskutieren und politisch zu lösen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Störerhaftung">Störerhaftung</a> ist der juristische Fallstrick, dass der Betreiber eines Netzzuganges für Nutzung durch Dritte haftbar gemacht werden kann. Es ist einer der Gründe, warum viele vor der Bereitstellung eines Netzzugangs zurückschrecken. Und da liegt Punkt: Gäbe es die Störerhaftung nicht, wäre es wahrscheinlicher, dass noch mehr freie Hotspots betrieben würden. So muss man sich die Frage stellen, ob hier nicht an falscher Stelle Zeit und Geld investiert wurde. Statt sich auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen zu fokussieren, setzt man noch ein Großprojekt um. Immerhin wird auch &#8211; im deutlich kleineren Rahmen &#8211; das <a href="http://berlin.freifunk.net">seit Jahren aktive Berliner Freifunk-Projekt</a> unterstützt. Schade, dass man hier keinen Weg einer sinnvollen Kooperation gefunden hat.</p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=846&amp;md5=07eb791c6c810371b1856340b1f0ba55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Willkommen im Euronet. Warum ich nicht auf der „Digital Backyards“-Konferenz bin</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2012/10/19/willkommen-im-euronet-warum-ich-nicht-auf-der-digital-backyards-konferenz-bin/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=willkommen-im-euronet-warum-ich-nicht-auf-der-digital-backyards-konferenz-bin</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Oct 2012 09:46:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Derzeit findet in Berlin die Konferenz „Digital Backyards“ statt &#8211; eine dreitätige Konferenz im Bethanien. Obwohl ich mich gern auf Netz-affinen Konferenzen herumtreibe, wusste ich nach Lesen des Einladungstextes, dass ich an dieser Konferenz mit Nachdruck nicht teilnehme? Warum? Das &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2012/10/19/willkommen-im-euronet-warum-ich-nicht-auf-der-digital-backyards-konferenz-bin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit findet in Berlin <a href="http://berlinergazette.de/europa-alternativen-zu-google-und-facebook/">die Konferenz „Digital Backyards“</a> statt &#8211; eine dreitätige Konferenz im Bethanien. Obwohl ich mich gern auf Netz-affinen Konferenzen herumtreibe, wusste ich nach Lesen des Einladungstextes, dass ich an dieser Konferenz mit Nachdruck nicht teilnehme? Warum? Das will ich kurz in drei Punkten zusammenfassen:</p>
<p><strong>1. „Europäische Alternative?“</strong></p>
<p>Haupt-Claim der Veranstaltung ist die Suche nach Europäischen Alternativen zu Google und Facebook (offenbar wörtlich und im übertragenen Sinne). Zum einen interessiert mich diese Fragestellung nicht. Ich verstehe das Internet als <strong>Netz</strong>, das es mir ermöglicht, über Länder- und Kontinent-Grenzen hinweg Dienste zu nutzen. Ich nutze Dienste, die gut sind. Ob sie in den USA, Deutschland oder auf einer Bohrinsel betrieben werden, ist mir egal. Die Lokalisierung von Hardware wird argumentativ gern missbraucht, um zu problematisieren und zu skandalisieren. Gerade hat die Piratenpartei NRW einen Aufschrei produziert, weil die Mails des Landtags NRW durch amerikanische Server auf Spam geprüft wurden. Willkommen im Internet. Oder: Wie wäre es mit „Euronet“?</p>
<p><a href="http://www.leitmedium.de/./uploads/nasa-space.jpg"><img src="http://www.leitmedium.de/./uploads/nasa-space.jpg" alt="" title="nasa-space" width="640" height="197" class="alignnone size-full wp-image-842" /></a></p>
<p>Die Suche nach Europäischen Alternativen zu Google und Facebook klingt nach nicht mehr als genau das Samwer-eske Copycat-en, das Europa und Deutschland oft vorgeworfen wird. Warum sollte die begrenzte Zeit zur Entwicklung von Produkten nicht genutzt werden, um etwas eigenständiges und Neues zu entwerfen. Warum muss bestehendes ersetzt werden? Eine, wenn auch nicht die einzige Antwort, ist im Rahmen der #bgdg sicher die Beteiligung der Europäischen Union durch die EACEA. Hier gibt es kultur- und geopolitische Interessen, die gepaart mit handfesten ökonomischen Anreizen sich die Hand reichen mit vorgeschobenen Datenschutzbedenken. Ich weiß nicht, ob „Internet-Kolonialismus“ da das richtige Wort ist, aber in diese Richtung geht es eben. Auch wenn Netz-Konferenzen sich gern avantgardistisch geben: Es ist im Sinne des Wortes re-aktionär, wenn man zum hundertsten Mal das Rad neu erfinden will, weil es auf der falschen Seite des Flusses steht.</p>
<p><strong>2. Bitte nicht das D-Wort</strong></p>
<p>Und was kommt bei raus? Man konnte schon vorher ahnen, dass das mehr als verbrannte Wort „Diaspora“ fallen wird. Kurz zur Erinnerung: <a href="http://www.leitmedium.de/2012/06/15/warum-diaspora-versagt-oder-ein-antisoziales-netzwerk-fur-jeden/">Diaspora ist der zerschollene Traum eines antisozialen Netzwerks</a>, das Facebook als dezentrale und freie Alternative angreifen sollte. Geblieben <a href="http://www.leitmedium.de/2012/08/29/von-fail-zu-fail-diaspora-ownership-und-makrio/">sind ein paar unsympathische Jungs, die Crowdfunding eingestrichen, peinlich programmierte Software abgeliefert und wie eine heiße Kartoffel haben fallen gelassen, um einen Facebook-basierten Mem-Generator per Risiko-Kapital zu finanzieren</a>. Das wird ignoriert, weil Diaspora ein OpenSource-Projekt ist, in das man Hoffnungen auf die Wiedererlangung der Kontrolle über seine Tools projizieren kann. Dabei wird die Angst vor dem Verlust über die Kontrolle oft verwechselt mit Datenschutz. Ich habe vor kurzem bereits <a href="http://leitmotiv.cc/leitmotiv-001-maschinensturmer-in-der-automatenbar-mit-hanshuebner/">mit Hans Hübner über die intime Beziehung von Angst und Datenschutz gesprochen</a>. Nichts jedenfalls könnte die sinnlose und verzweifelte Suche nach einem romantisch Daten-geschützten Internet besser symbolisieren das Diaspora. Und wen verwundert es da, wenn einer der wenigen Tweets vom ersten Tag der Veranstaltung lautet:</p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>Discussing once more whether Diaspora is dead and/or suitable for social change and/or to replace Facebook. High expectations <a href="https://twitter.com/search/%23bgdb">#bgdb</a></p>
<p>&mdash; Anne Roth (@Anne_Roth) <a href="https://twitter.com/Anne_Roth/status/258871345885093889" data-datetime="2012-10-18T10:05:13+00:00">October 18, 2012</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Irgendwie ist es schon rührselig, wie man einfach nicht aufhören kann, sich an Diaspora zu klammern. Es entwickelt sich zum Strohhalm einer einfallslosen europäischen Datenschutz-affinen und Amerika-skeptischen Szene. Aber, pssst: Selbst Diaspora wurde ursprünglich in den USA entwickelt. Wahrscheinlich während wir irgendwo drüber diskutieren, wie man das mit dem Internet jetzt nochmal in gut und sicher machen könne.</p>
<p><strong> 3. Halb geschlossene Veranstaltung</strong></p>
<p>Etwas ist merkwürdig an der Veranstaltung. Neben dem öffentlichen Teil am 20. Oktober gibt es eine zweitätige »semi-open „Networking Lounge“« &#8211; ein halboffenes Netzwerk:</p>
<blockquote><p>Die im Barcamp-Stil gehaltene „Networking Lounge“ findet am 18. und 19. Oktober statt. Jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr. BloggerInnen, JournalistInnen, AktivistInnen, WissenschaftlerInnen, UnternehmerInnen, ProgrammiererInnen und Kulturschaffende definieren ihre eigenen Problemstellungen und Fragen. Anmeldung erforderlich: Wir bitten bis zum 30. September um ein kurzes Motivationsschreiben</p></blockquote>
<p>Ein Veranstaltung im Barcamp-“Stil“ mit Motivationsschreiben? Meine Motivation wäre nach Lesen dieser Zeilen Herumtrollen gewesen. Ich habe allen Beteiligten das Schreiben erspart.</p>
<p>Und so sitzen zwei Tage eine Handvoll kluger Köpfe da und netzwerken ganz europäisch unter halbem Ausschluss der Öffentlichkeit miteinander. Aber man kann ja auch den <a href="http://www.gruene-bundestag.de/fraktion/netzpolitischer-kongress_ID_4385426/programm_ID_4385513.html">Netzpolitischen Kongress der Grünen</a> besuchen/verfolgen, der ab morgen stattfindet &#8211; und deutlich offener wirkt.</p>
<p>Bildnachweis: Das bearbeitete Bild <a href="http://www.flickr.com/photos/nasamarshall/6093337721/">&#8220;Europe at Night (NASA, International Space Station, 08/10/11) [Explored]&#8221; stammt von NASA&#8217;s Marshall Space Flight Center</a> und steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.en">CC BY-NC 2.0-Lizenz</a>.</p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=839&amp;md5=65b05b3a7ec265f58a02e1f1a53e6b40" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Termine im September</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2012/09/03/termine-im-september/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=termine-im-september</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 19:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Spackeria]]></category>

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		<description><![CDATA[Im September gibt es wieder einige Termine, die anstehen und Gelegenheiten, mit mir zu diskutieren: Schon diesen Mittwoch, den 5. September, veranstalte ich gemeinsam mit @rrho ein &#8220;Hackers&#8220;-Screening bei Moviepilot. Die Berliner Twitteria ist herzlich eingeladen. Am Freitag, den 14. &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2012/09/03/termine-im-september/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im September gibt es wieder einige Termine, die anstehen und Gelegenheiten, mit mir zu diskutieren:</p>
<ul>
<li>Schon diesen <strong>Mittwoch, den 5. September</strong>, veranstalte ich gemeinsam mit <a href="https://twitter.com/rrho">@rrho</a> ein &#8220;<a href="http://www.moviepilot.de/movies/hackers-im-netz-des-fbi">Hackers</a>&#8220;-Screening bei Moviepilot. Die Berliner Twitteria <a href="http://lanyrd.com/2012/twitteria-moviepilot/">ist herzlich eingeladen</a>.</li>
<li>Am <strong>Freitag, den 14. September,</strong> nehme ich auf Einladung der Boell-Stiftung am Panel „Personalisierungen &#8211; das Geheimnis der Algorithmen“ im Rahmen der Tagung &#8220;<a href="http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=11634">netz:regeln 2012: Transparenz und Vertrauen. No Limits?</a>&#8221; teil.</li>
<li>Für <strong>Samstag, den 15. September</strong>, habe ich gemeinsam mit pixtur ein <a href="https://www.facebook.com/events/491005180927360/">Demoscene-Event mit Vortrag, Doku-Screening und Lounge in der c-base</a> organisiert.</li>
<li><strong>Bis 15.9.</strong> läuft der <a href="http://blog.spackeria.org/2012/08/20/call-for-participation-1-spackeriade/">Call für die Spackeriade #spack1</a>. Ich werde natürlich etwas einreichen.</li>
<li>Am <strong>Freitag, den 28. September,</strong> bin ich als Vertreter der Spackeria auf die <a href="http://www.sap-im-betrieblichen-spannungsfeld.de">SAP-Fachtagung</a> eingeladen.</li>
</ul>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=832&amp;md5=10a1e5191bb107aa0a885f19a9a4e935" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von Fail zu Fail: Diaspora*, Ownership und makr.io</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2012/08/29/von-fail-zu-fail-diaspora-ownership-und-makrio/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=von-fail-zu-fail-diaspora-ownership-und-makrio</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Aug 2012 10:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Post Privacy]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten wies ich darauf hin, dass Diaspora* als anti-soziales Netzwerk nicht funktionieren kann. Das Diaspora*-Team hat nun wenig überraschend das Handtuch geworfen und den Code an die Community übergeben. Soweit, so gut und eigentlich keiner weiteren Überlegungen wert. &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2012/08/29/von-fail-zu-fail-diaspora-ownership-und-makrio/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vor einigen Monaten <a title="Warum Diaspora versagt. Oder: Ein antisoziales Netzwerk für jeden." href="http://www.leitmedium.de/2012/06/15/warum-diaspora-versagt-oder-ein-antisoziales-netzwerk-fur-jeden/">wies ich darauf hin, dass Diaspora* als anti-soziales Netzwerk nicht funktionieren kann</a>. Das <a href="http://diasporaproject.org/">Diaspora*</a>-Team hat nun wenig überraschend <a href="http://blog.diasporafoundation.org/2012/08/27/announcement-diaspora-will-now-be-a-community-project.html">das Handtuch geworfen und den Code an die Community übergeben</a>. Soweit, so gut und eigentlich keiner weiteren Überlegungen wert. Sieht man sich jedoch an, wo Diaspora* herkommt und was das Team jetzt macht, kann man sich nur wundern.</em></p>
<p><strong>Die Diaspora*-Geschichte</strong></p>
<p>Die kurze Geschichte von Diaspora* lautet in etwa so: Vier New Yorker Studenten werden durch <a href="http://isoc-ny.org/?p=1338">einen Vortrag von Prof. Eben Moglen</a> angeregt, ein dezentrales soziales Netz zu entwickeln. Um die Entwicklung zu finanzieren, <a href="http://www.kickstarter.com/projects/196017994/diaspora-the-personally-controlled-do-it-all-distr">versuchen sie im Frühjahr 2010 auf Kickstarter.com 10.000 USD zu sammeln</a>. Man möchte sich drei Monate Entwicklungszeit verschaffen. Es werden über 200.000 USD für das Projekt gespendet.</p>
<p><a href="http://www.leitmedium.de/./uploads/qy5_88bl0nt7.png"><img class="alignnone size-full wp-image-823" title="qy5_88bl0nt7" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/qy5_88bl0nt7.png" alt="" width="640" height="141" /></a></p>
<p>Im September 2010 erscheint eine erste Entwickler-Version, die vor allem durch Sicherheitslücken für negative Schlagzeilen sorgt. Die Entwicklung zieht sich die nächsten Monate zäh mit weiteren Sicherheitslücken und langsamen Entwicklungsfortschritt hin. Code-Reviews zeigen, dass die Code-Qualität ernüchternd ist. Der ursprünglich für 2011 geplante Beta-Status muss verschoben werden.</p>
<p>Es wird recht gelungen Aufmerksamkeit erzeugt. Die Presse greift das Thema international auf. Anti-Facebook geht eben immer. Es entstehen erste freie &#8220;Pods&#8221; genannte Installation des Projekts. Eine <a href="http://podupti.me/">Liste öffentlicher Pods</a> zeigt heute mehrere Dutzend weltweit verteilte Pods.</p>
<p><strong>makr-was?</strong></p>
<p>Mitte 2012 gibt das Team um Diaspora* bekannt, dass es eine Förderung vom bekannten Startup-Incubator „Y Combinator“ bekommen hat. Gratulation. Man konnte sich dennoch wundern, ob das Diaspora*-Team und Risikokapital wirklich zusammenpassen. Doch offenbar war Diaspora* nur der Türöffner. Einige Monate später gab man den Launch des Projekts „makr.io“ bekannt. Und nun wird es irrational, denn makr.io und Diaspora* könnten verschiedener nicht sein…</p>
<p><a href="http://www.leitmedium.de/./uploads/makrio.png"><img class="alignnone size-full wp-image-825" title="makrio" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/makrio.png" alt="" width="640" height="155" /></a></p>
<p>Das Entwickeln einer Software ist sicher kein Bund aufs Leben. Wer heute ein Privatsphäre-Tool entwickelt, muss das morgen nicht mehr tun. Doch es geht um Glaubwürdigkeit. Diaspora* startete als dezentrale und die Privatsphäre schützende Alternative zu Facebook. „<a href="http://www.nytimes.com/2010/05/12/nyregion/12about.html">Four Nerds and a Cry to Arms Against Facebook</a>“ titelte die New York Times. Das wichtigste Element auf der alles andere als dezentralen Homepage von makr.io ist nun ausgerechnet der „log in with Facebook“-Button. Man fragt sich schon, was die Gruppe die letzten zwei Jahre nun eigentlich genau getan hat. Das generös der Community überlassene Diaspora* ist in einem bestenfalls unterdurchschnittlichen Zustand. Das Interesse ist gering, die Einstiegshürde so hoch, dass es keine positiven Netzeffekte geben wird. Es macht einfach keinen Spaß, einen Diaspora*-Pod zu betreiben.</p>
<p>Statt dessen zieht sich das Team auf ein buzziges „<a href="http://ycombinator.com/">Y Combinator</a>“-Projekt zurück und liefert mit makr.io einen Meme-Generator: Bilder können im Browser mit Text versehen werden. Und die große Neuerung: Man kann den Text auch ändern. Das Ganze wird mit einem großen Trommelwirbel als Learning aus Diaspora* propagiert:</p>
<blockquote><p>&#8220;During the last two years that we have been building Diaspora*, we have uncovered lots of interesting problems related to our core mission—giving people ownership over their data.</p>
<p>We started working toward this goal by pursuing a technical solution; building a social web that put data in hands of its users. We realized after a while, however, that giving people ownership over their bits was only part of the problem. It isn’t just that people need to be able to own their own data, it’s that user data as it stands has no tangible meaning. We believe that ownership of data can be more valuable when you have the ability to create meaningful moments and experiences with your community.&#8221; (<a href="http://blog.diasporafoundation.org/2012/07/16/what-does-it-mean-to-make-something.html">Quelle</a>)</p></blockquote>
<p>Was am Ende von Diaspora* übrig bleibt, ist also „ownership“. Beeindruckend. Offenbar darf man die 200.000 USD als Investition in Forschung&amp;Entwicklung für die Neuerfindung des Rades betrachten, denn:</p>
<blockquote><p>„We want to give memes back to the Internet community“  (<a href="https://makr.io/about">Quelle</a>)</p></blockquote>
<p>Mark.Io wird die Meme der Internet-Community zurückgeben. Die hatte sie nämlich verloren. An wen, ist unklar. Nun hat man das Rad neu erfunden und kann Bilder mit Text versehen. Ob man nun für genau diese Aufgabe eine eigene Seite brauchte &#8211; ich wage es zu bezweifeln. Ist die Idee neu? Nein. Man muss sich nur <a href="http://canv.as/">canv.as</a> ansehen. Ist die Idee gut umgesetzt? Nein. Allein der Versuch, Meme zu institutionalisieren ist wie der Versuch, jemandem &#8220;Sei doch mal spontan&#8221; zuzurufen. Die Mem-Kultur, die makr.io mit Facebook-Integration zu monetarisieren versucht, hat sich über Jahre in Image-Boards wie <a href="http://www.4chan.org/">4chan</a> (<a href="http://www.4chan.org/advertise">650.000.000 Seitenzugriffe pro Monat</a>) und dem deutschen <a href="http://krautchan.net/">krautchan</a> entwickelt. Diese Boards weisen eine konsequente Abwesenheit von Features auf.</p>
<p>Immerhin verzichtet man bei makr.io beim Facebook-Login derzeit weitestgehend auf das Sammeln von Daten. Ich wette, dass innerhalb von zwölf Monaten weitere Rechte-Anfragen hinzukommen. Es ist eben doch zu schön.</p>
<p><a href="http://www.leitmedium.de/./uploads/07s2y6iev0gt.png"><img class="alignnone size-full wp-image-826" title="07s2y6iev0gt" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/07s2y6iev0gt.png" alt="" width="640" height="138" /></a></p>
<p>Ich muss betonen, dass ich per se weder etwas gegen Diaspora* noch makr.io habe. Ich hielt Diaspora* nur bereits früh für anti-sozial und daher zum Scheitern verurteilt. makr.io hingegen wirkt schlicht überflüssig. Meme lassen sich nicht einfach von oben herab institutionalisieren. Zwar kann man einen Raum schaffen, der Meme begünstigt &#8211; doch diesen Raum gibt es bereits: Das Internet.</p>
<p>Die Menschen hinter beiden Projekten wirken unlauter. Viel heiße Luft um nichts und 200.000 USD in den Sand gesetzt. Vielleicht sollten wir daraus lernen, und crowd-funding-Projekte in Zukunft erstens kritischer bewerten, zweitens nicht überfinanzieren und drittens im Nachgang stärker kontrollieren, was eigentlich geliefert wurde.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=822&amp;md5=008c1c7b4dd3193a99aad9a16138dcf9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Museum für Kommunikation Frankfurt hat 45.000 Bänder RTL-Archiv &#8211; zeigt sie aber nicht gern</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2012/08/17/museum-fur-kommunikation-frankfurt-hat-45-000-bander-rtl-archiv-zeigt-sie-aber-nicht-gern/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=museum-fur-kommunikation-frankfurt-hat-45-000-bander-rtl-archiv-zeigt-sie-aber-nicht-gern</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Aug 2012 08:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf meiner Suche nach einer Aufzeichnung von RTLplus aus dem Jahr 1984 hat mir die RTL-Pressestelle mitgeteilt, dass das eigene Archiv nicht öffentlich sei und die Landesmedienanstalt NRW, dass sie kein Archiv führe. Man sehe sich als privater Sender weder &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2012/08/17/museum-fur-kommunikation-frankfurt-hat-45-000-bander-rtl-archiv-zeigt-sie-aber-nicht-gern/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a title="Ich wünsche mir eine Deutsche Nationalmediathek, oder: Das kurze Gedächtnis von RTL" href="http://www.leitmedium.de/2012/07/29/ich-wuensche-mir-eine-deutsche-nationalmediathek-oder-das-kurze-gedaechtnis-von-rtl/">meiner Suche nach einer Aufzeichnung von RTLplus aus dem Jahr 1984</a> hat mir<a title="RTL sieht sich nicht in der Pflicht, Archiv zu öffnen" href="http://www.leitmedium.de/2012/08/09/rtl-sieht-sich-nicht-in-der-pflicht-archiv-zu-oeffnen/"> die RTL-Pressestelle mitgeteilt</a>, dass das eigene Archiv nicht öffentlich sei und die <a title="Landesmedienanstalten führen keine Archive" href="http://www.leitmedium.de/2012/08/08/landesmedienanstalten-fuehren-keine-archive/">Landesmedienanstalt NRW, dass sie kein Archiv führe</a>. Man sehe sich als privater Sender weder verpflichtet noch in der Lage, eine Öffnung für Wissenschaftler zu leisten. Zugleich wurde ich darauf hingewiesen, dass dem <a href="http://www.mfk-frankfurt.de">Museum für Kommunikation Frankfurt</a> ein größeres Volumen an Archivmaterial überlassen wurde. Ich habe also beim Museum nachgefragt und erhielt folgende Antwort:</p>
<div>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Mierau,</p>
<p>vielen Dank für Ihre Mail, die sich gar nicht knapp beantworten lässt. Das Archiv von RTL, das ich selbst besucht und gesehen habe,  ist mir als sehr gut ausgestattet und wohlorganisiert bekannt. Natürlich ist es so, dass RTL  ein kommerzieller Sender ist, der Geld verdienen muss, um am Leben zu bleiben. Insoweit ist das RTL-Archiv auch – aber nicht nur – ein Kostenfaktor, der Fernsehbeiträge aufbewahrt, die entweder irgendwann einmal für den eigenen Sendebetrieb wieder gebraucht werden oder sich sonst zumindest potentiell wirtschaftlich verwerten lassen.</p>
<p>Anfragen wie die Ihre zu beantworten und zu erledigen macht viel Arbeit – man muss recherchieren, Bänder heraus suchen, Kopien anfertigen, Bänder zurücksortieren. All das kostet Zeit (die eines RTL-Mitarbeiters) und ich bin mir nicht sicher, ob Sie die echten Kosten für so einen Service wirklich bezahlen möchten, der bei Minimum 300,- € anfangen würde. Insoweit ist das vollständig digitalisierte Archiv dieses Senders eben nur für interne Zwecke gedacht.</p>
<p>Neben dem Senderarchiv, das nach Sendungen organisiert ist, gab es bei RTL ab 1983 noch ein zweites Archiv. Dies enthält in chronologischer Reihe alles, was je über den Sender gegangen ist. Aus medienrechtlichen Gründen waren die Sender nämlich verpflichtet, alles, was gesendet wurde, zu dokumentieren. So lief also – quasi parallel zum Ausgang der Sendeantenne – immer ein Videorekorder mit, der ununterbrochen alles je Gesendete aufzeichnete – also auch Clips, Ansagen, Werbung, Zwischeneinblendungen etc. etc. Und das 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr ohne Lücke. Aus medienhistorischer Perspektive ist dieses Material in mancher Hinsicht interessanter als das sorgfältig nach Sparten auseinandersortierte Archiv des Senders.</p>
<p>Dieses chronologische Archiv umfasst rund 45.000 Bänder ab 1983. Es befindet sich heute in unserem Museum und wird von uns gemeinsam mit der Universität Hamburg betreut. Da dieses Bänder auch Material enthalten, an dem auch RTL die Rechte nicht besitzt – etwa Werbespots, Sportübertragungen oder Spielfilme (für die RTL nur die Lizenz zur Ausstrahlung hatte) – ist das Material nur eingeschränkt und nur für wissenschaftliche Zwecke zugänglich.</p>
<p>Allerdings nehmen wir Ihnen hier die Arbeit nicht ab. Sie werden zugeben müssen, dass Ihre Informationen nicht gerade präzise sind: „Tim Pritlove erzählte unlängst auf einer c-base-Party, dass er in den frühen 80er Jahren gemeinsam mit Hans Hübner von RTLplus zu irgendeiner obskuren Sendung eingeladen worden war. Da war irgendwas mit Hackern, Show und einer Weihnachtsmannmaske.“</p>
<p>Wie bitte sollen wir oder ein Archivar bei RTL das finden, wenn Sie nicht einmal den Titel der Sendung, das Jahr oder gar das Sendedatum kennen? Eine alte Fernsehzeitschrift hilft Ihnen da vielleicht weiter. Wenn Sie mir Datum und Uhrzeit der Sendung nennen können, können Sie sich gerne das Band in unserem Archiv anschauen.</p>
<p>Meine Antwort dürfen Sie gerne auf Ihrem Blog veröffentlichen – ungekürzt versteht sich.</p></blockquote>
<div>
<blockquote><p>Mit freundlichen Grüßen</p></blockquote>
<p>Dazu gibt es folgendes zu sagen:</p>
<p>1. Das Zitat meiner Anfrage war von meinem Blog, nicht aus meinen Anfragen an den Sender. Hier habe ich natürlich nicht von „irgendwas mit Hackern“ geschrieben, sondern mich erst einmal ganz allgemein nach einem Archiv erkundigt. Bereits diese Anfrage wurde abschlägig beantwortet.</p>
<p>2. Unklar ist, wie die EUR 300,- entstehen, die als Mindestkosten für einen Rechercheauftrag veranschlagt werden. Aus Sicht des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses geht es bei meiner Anfrage aber zunächst generell um die Möglichkeit, nicht um den Preis. Ob jemand bereit ist, den Preis für eine Archivkopie zu bezahlen, sollte weder bei RTL noch im Museum für Kommunikation verhandelt werden. Ich musste bei meinen Archiv-Anfragen aus den Dritten Sendern zunächst schmerzhaft lernen, dass Kopien eben Geld kosten. Dennoch war ich froh, letztlich mein gesuchtes Material zu erhalten.</p>
<p>3. Zudem scheint mir generell ein Irrtum vorzuliegen. Allein ein öffentlicher Katalog von Programm und Aufzeichnungen wäre eine enorme Hilfe und zugleich Entlastung von Archiv-Mitarbeitern. Die hermetische Abschottung von Archiven erst lässt durch schwer zugängliches Wissen Aufwände drastisch steigen. Stattdessen tippen fleißige Menschen Jahrzehnte alte Fernsehprogramme ab und veröffentlichen diese in Community-Projekten wie <a href="http://www.tvprogramme.net">tvprogramme.net</a>. (An dieser Stelle ein Dank für das großartige und aufwändige Nischen-Projekt.)</p>
<p>4. Es gibt generell ein Paradoxon des Archivs: Das Archiv neigt dazu, stetig zu wachsen und von Archivaren gepflegt zu werden,  jedoch sich zunehmend dem Selbstzweck anzunähern. Die Antwort aus Frankfurt mutet zumindest so an, als besäße man zwar 45.000 Bänder Archivmaterial, wäre aber nicht unbedingt daran interessiert, diese auch zugänglich zu machen. Man sollte vielleicht einmal »Der Name der Rose« lesen und über die Unzugänglichkeit der Bibliothek nachdenken.</p>
<p>Mein Resümee nach der Erhalt der E-Mail ist ambivalent: Ich freue mich, dass offenbar doch größere Mengen Archivmaterials in Frankfurt konserviert wurden. Zugleich wird deutlich, dass dieses Material auch hier mehr oder weniger unzugänglich ist (allein die Notwendigkeit der Anreise macht es unattraktiv). Nur das beharrliche Nachfragen hat dieses Archiv überhaupt erst auffindbar gemacht. Auch jetzt bleibe ich also dabei: Wir brauchen eine Deutsche Nationalmediathek. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Institut_national_de_l’audiovisuel">Unsere Nachbarn haben eine</a>.</p>
<div></div>
</div>
</div>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=813&amp;md5=ad608c18022e2118f5fee4c11c1eb27d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>RTL sieht sich nicht in der Pflicht, Archiv zu öffnen</title>
		<link>http://www.leitmedium.de/2012/08/09/rtl-sieht-sich-nicht-in-der-pflicht-archiv-zu-oeffnen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=rtl-sieht-sich-nicht-in-der-pflicht-archiv-zu-oeffnen</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Aug 2012 20:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Abenteuer-RTL-Archiv geht weiter. Meine erste Anfrage bei RTL nach einem Archiv wurde so beantwortet, dass man annehmen musste, es gäbe keines. Ein Kommentar hier im Blog machte mich aber stutzig: In den Jahren 1987 bis 1989 habe ich als &#8230; <a href="http://www.leitmedium.de/2012/08/09/rtl-sieht-sich-nicht-in-der-pflicht-archiv-zu-oeffnen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a title="Ich wünsche mir eine Deutsche Nationalmediathek, oder: Das kurze Gedächtnis von RTL" href="http://www.leitmedium.de/2012/07/29/ich-wuensche-mir-eine-deutsche-nationalmediathek-oder-das-kurze-gedaechtnis-von-rtl/">Abenteuer-RTL-Archiv</a> geht weiter. Meine erste Anfrage bei RTL nach einem Archiv wurde so beantwortet, dass man annehmen musste, es gäbe keines. Ein <a href="http://www.leitmedium.de/2012/07/29/ich-wuensche-mir-eine-deutsche-nationalmediathek-oder-das-kurze-gedaechtnis-von-rtl/comment-page-1/#comment-18305">Kommentar</a> hier im Blog machte mich aber stutzig:</p>
<blockquote><p>In den Jahren 1987 bis 1989 habe ich als Aushilfe (Kabelträger, Studioassistent etc.) während meiner Abizeit bei RTL mein Taschengeld verdient. Damals gab es ein Archiv im Keller, das mir relativ groß vorkam, in dem zahlreiche, meiner Meinung nach sogar alle Sendungen auf Betamax-Kassetten gelagert wurden.</p></blockquote>
<p>Es war zu unwahrscheinlich, dass RTL kein Archiv vorhält &#8211; man denke nur an die gern verwendeten Rückblicke. Ich habe mich daher an die Pressestelle von RTL gewendet und explizit nachgefragt, ob es ein Archiv gibt. Die Antwort folgte umgehend:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Mierau,<br />
vielen Dank für Ihre E-Mail.</p>
<p>Hier die Antworten auf Ihre Fragen:</p>
<p>1. Gibt es ein TV-Archiv aller ausgestrahlten Sendungen Ihres Senders bzw. Ihrer Sendergruppe?<br />
Es gibt selbstverständlich ein internes Archiv, das aber nicht für Außenstehende geöffnet ist. Als privater Sender sehen wir uns nicht in der Lage und auch nicht in der Pflicht, unsere Materialien anderen zugänglich zu machen.</p>
<p>2. Wenn ja: Welche Zeiträume sind erfasst und was wird derzeit archiviert?<br />
In unserem Archiv wird aus dem gesamten Zeitraum seit Gründung von RTL am 02.01.1984 alles archiviert, was wir für aufhebenswert erachten. Das Archiv wird nach internen Vorgaben und professionellen Archivar-Richtlinien geführt, aufgrund derer auch regelmäßige Löschungen von Materialien erfolgen.</p>
<p>3. Wenn ja: Wie können ältere Sendungen zu wissenschaftlichen Zwecken angefordert werden?<br />
Wie schon in Antwort 1 erwähnt, sehen wir uns dazu nicht in der Lage.</p>
<p>4. Gibt es ein historisches Archiv mit alten Aufzeichnungen, Verträgen und sonstigen Materialien?<br />
Ein &#8220;historisches&#8221; Archiv zur Auswertung durch Wissenschaftler gibt es wie erwähnt nicht. Allerdings gibt es evt. die Möglichkeit, beim Museum für Kommunikation Frankfurt am Main Einsicht in die Sendemitschnitte von RTL zu nehmen, die dem Museum überlassen wurden. Wir kennen jedoch nicht den derzeitigen Stand der Aufarbeitung dieser Materialien im Museum. Hier der Link zum Museum, wo Sie nachfragen können:<br />
<a href="http://www.mfk-frankfurt.de/" target="_blank">http://www.mfk-frankfurt.de/</a></p>
<p>Sie können diese Informationen gerne anonymisiert auf Ihrem Blog veröffentlichen &#8211; hierzu noch ein Hinweis: Die Ansprache an Sie als Herr Clemens Mierau erfolgte, weil Sie diese beiden Namen in das Feld &#8220;Nachname&#8221; auf das RTL.de-Kontaktformular eingetragen haben. Wir haben keinesfalls Ihren Vornamen als &#8220;unpassend&#8221; angesehen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen aus Köln</p></blockquote>
<p>Um mit dem Positiven zu beginnen: Es ist gut, dass es überhaupt ein Archiv gibt. So besteht die Chance, dass dieses zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet oder überlassen wird. Der Hinweis auf das Museum für Kommunikation Frankfurt ist interessant. Ich habe bereits eine Anfrage dorthin geschickt. Damit ist jedoch schon alles Gute aufgezählt. Kommen wir zu den drei Kritikpunkten:</p>
<p>1. Es ist fraglich, ob RTL als privater Sender nicht in der Lage ist, Materialien zugänglich zu machen. Es ist mitnichten so, dass Sendungskopien bei den öffentlich-rechtlichen Sendern kostenfrei erhältlich sind. Die mir bekannten Preise schwanken zwischen 20 und 70 Euro pro Sendung. Damit lassen sich immerhin teilweise Aufwände kompensieren.</p>
<p>2. Es ist richtig, dass RTL rein formal nicht in der Pflicht ist, sein Archiv zu öffnen. Von einer wissenschaftlichen oder ethischen Seite sieht dies schon anders aus. Zunächst kann man prinzipiell die Frage stellen, warum viele Unternehmen historische Archive betreiben, RTL und andere private Sender aber nicht.</p>
<p><a href="http://www.leitmedium.de/./uploads/6272364896_3ece0e3e06_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-806" title="6272364896_3ece0e3e06_z" src="http://www.leitmedium.de/./uploads/6272364896_3ece0e3e06_z.jpg" alt="" width="640" height="265" /><br />
</a></p>
<p>3. Auch wenn ausgebildete Archivare im RTL-Archiv arbeiten, ist fraglich, ob die regelmäßigen Löschungen nicht bedauernswertes Vernichten von Kulturgut sind. Die Interessen von RTL ans eigene Archiv sind sicher andere, als die von Außenstehenden.</p>
<p>Je weiter ich nachhake, desto mehr muss ich betonen, dass ich eine Deutsche Nationalmediathek für unabdingbar halte. Es ist unverständlich, wie wir pedantisch Bücher sichern, die oft viel aufmerksamer verfolgten TV-Sendungen aber dem Schicksal überlassen. Man vergleiche nur die Einschaltquoten mit den Auflagen von Büchern: Ein Buch mit einer einstelligen Auflage muss in die Deutsche Nationalbibliothek. Weil es ein Buch ist. Eine Sendung, die Millionen von Menschen gesehen haben, kann weggeworfen werden. Weil sie kein Buch ist.</p>
<p>Wenn RTL betont, dass es nicht in der Pflicht ist, sein Archiv zu öffnen, sollte man es entweder dazu verpflichten, oder eine zentrale Mediathek einrichten, die die Sendungen aller TV-Sender aufnimmt. Das kann nicht so schwer sein. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Institut_national_de_l%E2%80%99audiovisuel">Unsere Nachbarn machen es ja auch.</a></p>
<p>* Bild von <a href="http://www.flickr.com/photos/oatsy40/6272364896/">oatsy40/Flickr</a> (nachbearbeitet)<br />
<img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/d43604c3f483404eab60befb416973af" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.leitmedium.de/?flattrss_redirect&amp;id=804&amp;md5=220a641c55d9f401c49c1a844840558c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.leitmedium.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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