Kritik
« Vorangehende Artikel“Vorläufiger Höhepunkt einer Jahrhunderte alten Kulturtechnik”
Dienstag, 14.April 2009Erstaunlich enthusiastisch äußert sich Ralf Grötker im Telepolis-Artikel “Alles verzettelt!” über die Browser-Erweiterung “Zotero“. Dabei ist ihm Grunde auch erst einmal Recht zu geben: Zotero ist – gerade als Erweiterung im Browser – eine sehr nützliche Software im Umgang mit Quellen. Mit wenigen Klicks ist es möglich, Webseiten als zitierbare Quellen mit Zeitstempel zu sichern, [...]
Plaedoyer fuers Zuhoeren
Montag, 13.Oktober 2008Das Radio brach durch einen Unfall in mein Leben. Es war kein eigener
Unfall, aber ein nahegehender, denn ein nahestehender Verwandter brach
sich beim freien Fall von der Leiter fernab seiner gefuehlten Berliner
Heimat beide Fuesse. So lag er Wochen ans Bett gefesselt und tat
zwangsweise vor allem eines: Zuhoeren. Er hoerte Radio. Tagein, tagaus.
Nachrichten, Dokumentationen, Features, Berichte, Diskussionen,
Interviews. [...]
Rezension: McLuhan neu lesen
Samstag, 2.August 2008McLuhan ist der konjunkturell totgesagte Prophet und unerschoepfliche Steinbruch der Medientheorie. So ueberrascht das juengste Erscheinen Sammelbandes >>McLuhan neu lesen<< und ueberrascht nicht. Es ueberrascht, weil spaetestens mit der 2003 veroeffentlichten kritischen Ausgabe von >>Understanding Media<< ein Punkt an den Ende eines langen Satzes gesetzt worden schien und es ueberrascht nicht, weil eben jener Satz [...]
Rückzug aus der televisionierten Gesellschaft
Samstag, 5.Juli 2008Der Rueckzug aus der televisionierten Gesellschaft begann mit einem
Kontakt in der telefonierten Gesellschaft: >Guten Tag, ich bin
umgezogen und moechte den Kabelanschluss anmelden.< – >Das kostet
einmalig dreissig Euro, dann dreizehn Euro im Monat<. Diese Antwort,
diese beneidenswert praezise Auskunft war einer jener Wegpunkte, an
denen man retrospektiv einen Lebenswandel festmacht. Ein einfaches
>Ja< haette gereicht, um die Geschichte an [...]
Wie die Zeit das Internet entdeckte
Mittwoch, 7.Mai 2008Heute morgen von mir in der Berliner Gazette eine Kritik der aktuellen ZEIT-Beilagenserie:
“Wie das Internet unser Leben veraendert”, kuendigt DIE ZEIT derzeit auf Plakaten, in Print und TV an, wird der erste Teil ihrer Beilagen-Trilogie erlaeutern – gefolgt von “;Wie das Internet unsere Gesellschaft veraendert” und “Wie das Internet unsere Kultur veraendert”. Man muss das [...]
Paradiesische Spiel-Arbeit – Andreas Rosenfelders “Digitale Paradiese”
Freitag, 25.April 2008Heute morgen in der Berliner Gazette von mir eine kurze Buchbesprechung zu Andreas Rosenfelders “Digitale Paradiese, Von der schrecklichen Schönheit der Computerspiele“:
&gt;Digitale Paradiese&lt; betitelt Andreas Rosenfelder sein unlaengst erschienenes Buch zum Streifzug durch dreissig Jahre Computerspielgeschichte. Mag der Titel zunaechst wie einer jener Buecher klingen, deren Halbwertzeit sie bereits nach zwei Jahren mit dem &gt;Maengelexemplar&lt;-Stempel [...]
Wenn Science-Fiction zu Science-Faction wird
Mittwoch, 19.März 2008Ein kurzer Hinweis auf meinen aktuellen Beitrag in der Berliner Gazette: “Wenn Science-Fiction zu Science-Faction wird“
Und noch eines? Hartmut Winkler – Basiswissen Medien
Dienstag, 5.Februar 2008In den letzten Jahren ist die Anzahl der wissenschaftlichen Einführungen in Medientheorien stetig gewachsen. Einführung in die Medienkultur, Medientheorien, Medienwissen, etliche Begriffe und Buchtitel lassen die richtige Wahl des Buches schnell zum Glücksspiel werden. Während einige Originaltexte zusammenstellen und ggfls. knapp kommentieren, versuche sich andere an der strukturierten Wiedergabe und Klassifikation des wissenschaftlichen Diskurses.
Umso argwöhnischer [...]
Stefan Heidenreich: Medienkunst gibt es nicht
Dienstag, 29.Januar 2008Rechtzeitig zum Beginn der hiermit nachträglich angekündigten diesjährigen Transmediale 08 beschäftigt sich Autor und Kulturwissenschaftler Stefan Heidenreich mit der existentiellen Frage nach dem Status der Medienkunst. Die Beantwortung dieser Frage, man ahnt es, endet in einer Resignation:
Was bleibt zu sagen? Medienkunst war eine Episode. Da ihre Institutionen nicht vergehen, lebt sie als Dinosaurier der 80er [...]
Das iTeam oder warum der Untertitel nicht mehr gesellschaftsfähig ist
Donnerstag, 10.Januar 2008In der letzten Woche startete auf einem zaghaften Sendeplatz bei Sat.1 das “iTeam“, eine merkwürdig beworbene, deutsche Comedy-Produktion: “Sie gehören zu jeder großen Firma und sind eine ganz besondere Sorte Mensch – die Computer-Nerds und -Freaks vom IT-Service”. Das ist Geschmackssache und vielleicht gar für einige stereotype Lacher gut, doch erzählt man den Menschen, die [...]
« Vorangehende Artikel